Wer ich bin

Mein Weg zur Soziologie begann mit einer scheinbar einfachen Frage.

In einem Einführungskurs fragte eine junge Professorin, ob wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht hätten, warum Menschen, die nacheinander in einen Bus steigen, sich meist gleichmäßig über die freien Plätze verteilen, anstatt sich direkt neben eine fremde Person zu setzen. Würde jemand das tun, entstünde Irritation. Meine Antwort war: ja, regelmäßig. Mich faszinierte sofort, dass etwas so Alltägliches so viele Fragen über gesellschaftliche Regeln, Erwartungen und unser Zusammenleben aufwerfen kann.

In diesem Moment wurde mir klar, dass mich genau diese Fragen interessieren. Wie gestalten Menschen ihre Beziehungen zueinander? Wie prägen Normen, Werte und Gesetze unser Verhalten? Und wie beeinflussen Räume, Geschichte und gesellschaftliche Veränderungen die Art und Weise, wie wir miteinander leben?

Diese Neugier begleitet mich bis heute.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Berlin. In den 1990er Jahren besuchte ich die Staatliche Ballettschule Berlin. Dort habe ich erlebt, welche Bedeutung kulturelle Bildung für Ausdruck, Selbstwahrnehmung und Mitgestaltung haben kann.

Nach dem Abitur führte mich mein Weg zunächst nach New York, NY. Während meines Studiums der Nordamerikastudien in Berlin entdeckte ich die Soziologie für mich. Ein Studienjahr am Reed College in Portland, Oregon, bestärkte mein Interesse an qualitativer Forschung, soziologischen Perspektiven und der Frage, wie kulturelle und künstlerische Bildung gesellschaftliche Erfahrungen prägen können.

Später, an der New School for Social Research in New York, vertiefte ich meine Forschung zu Stadtentwicklung, Erinnerungskultur und Grenzen. Viele Reisen und Ortswechsel haben meinen Blick dafür geschärft, wie unterschiedlich Städte, Nachbarschaften und öffentliche Räume erlebt werden. Die Corona-Pandemie brachte mich schließlich zurück nach Berlin. Dort schloss ich mich dem Kollektiv und der Arbeitsgruppe von Flutgraben e.V. am ehemaligen DDR-Wachturm im Schlesischen Busch an.

Aus dieser Arbeit entstand meine Dissertation über Erinnerung, Grenzräume, zivilgesellschaftliches Engagement und urbane Transformation an einem ehemaligen Berliner Mauerort. Die Arbeit wurde 2026 von meiner Fakultät mit dem Albert Salomon Memorial Award in Sociology ausgezeichnet.

Mit Stadtgefüge verbinde ich heute wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Projektarbeit. Ich möchte vor allem Kinder und Jugendliche dafür begeistern, Fragen zu stellen, ihr Umfeld zu erforschen und ihre sozialen Räume aktiv mitzugestalten. Deshalb entwickle ich Bildungs- und Kulturprojekte, die gesellschaftliche Themen zugänglich machen, Austausch fördern und Menschen zur Mitgestaltung ihrer Stadt und ihres Umfelds einladen.

Photo: Dominique Hurth

Projektkoordinatorin beim Plakatieren im Atelierhaus Flutgraben e.V.
Projektkoordinatorin beim Plakatieren im Atelierhaus Flutgraben e.V.

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